Sexuelle Orientierungen

„Das ist doch nur eine Phase!“ oder „Hast du es schon mal mit … probiert?“ Solche Sätze hören viele Menschen, wenn sie nicht der heteronormativen Norm entsprechen. Doch sexuelle Orientierung ist keine Entscheidung und kein Trend. Es geht darum, zu wem du dich körperlich und sexuell hingezogen fühlst. Es ist ein grundlegender Teil deiner Identität. 

Mehr als nur ein Label

Sexuelle Orientierung beschreibt, welche Geschlechter du attraktiv findest. Dabei ist wichtig: Du allein bestimmst das Label – oder du entscheidest dich ganz bewusst gegen eines. Bei NaSowas unterstützen wir dich dabei, herauszufinden, was sich für dich stimmig anfühlt.


Die bunte Vielfalt der Anziehung

Es gibt so viele Wege zu begehren, wie es Menschen gibt. Hier sind einige Begriffe, die dir im Alltag begegnen können:

  • lesbisch / schwul: Frauen, die Frauen lieben, oder Männer, die Männer lieben.
  • bi / pan: Du fühlst dich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen. Bei Pansexualität spielt das Geschlecht der Person oft gar keine Rolle für die Anziehung.
  • asexuell / Ace-Spektrum: Wenn du wenig oder gar kein Bedürfnis nach sexueller Interaktion mit anderen verspürst. Das ist vollkommen valide und kein medizinisches Problem.
  • queer: Ein stolzer Sammelbegriff für alle, die sich nicht in die klassischen Kategorien einordnen wollen oder können.

Gut zu wissen: Deine sexuelle Orientierung kann sich im Laufe deines Lebens festigen oder auch verändern. Beides ist völlig okay.


Der kleine, aber feine Unterschied

Wie schon auf unserer Seite zu geschlechtlichen Identitäten erwähnt, ist es hilfreich, das Begehren vom Verlieben zu trennen:

  1. Sexuelle Orientierung: Wen finde ich interessant? Mit wem möchte ich sexuell aktiv sein?
  2. Romantische Orientierung: In wen verliebe ich mich? Mit wem möchte ich eine emotionale Beziehung führen?

Manchmal passt das genau zusammen, manchmal aber auch nicht. Eine Person kann zum Beispiel bisexuell sein, sich aber nur in Männer verlieben. Das zu verstehen, kann oft viel Druck aus der eigenen Suche nehmen.


Reden ist keine Handlung – Deine Grenzen zählen

In der Beratung und in unseren Gruppen sprechen wir offen über sexuelle Orientierungen. Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz:

Über Sexualität zu sprechen, ist keine sexuelle Handlung. Unsere Beratungsstelle ist Teil unseres Kinder- und Jugendzentrums, hier finden keine sexuellen Handlungen statt. Nur weil wir einen geschützten Raum für diese Themen bieten, bedeutet das auch nicht, dass du alles teilen oder jede Frage beantworten musst. Dein Komfort steht an erster Stelle. Unser Konsens-Prinzip sorgt dafür, dass du sicher bist:

  • Grenzen im Gespräch: „Nein“ gilt auch für Fragen. Wenn dir ein Thema zu privat ist oder du nicht darüber reden möchtest, ist das dein gutes Recht – ohne Wenn und Aber.
  • Aktive Zustimmung: Wir achten darauf, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen. Nur „Ja“ heißt „Ja“.
  • Selbstbestimmung: Du entscheidest jederzeit selbst, wie weit du gehen möchtest. Wir sind hier, um dich zu stärken, nicht um dich zu drängen.

Kurz gesagt: Du bestimmst das Tempo und die Tiefe. Wir schaffen den sicheren Rahmen, damit du genau so viel Raum einnehmen kannst, wie es sich für dich gut anfühlt. Das ermöglicht Aufklärungsarbeit, die dich schützt und stärkt.


Beratung bei NaSowas: Kein Schubladendenken

Hast du das Gefühl, „zwischen den Stühlen“ zu sitzen? Erlebst du Diskriminierung oder hast du Fragen zu deinem Coming-out?

Wir bieten dir in Lübeck einen Safer Space. Hier musst du dich nicht rechtfertigen oder beweisen. In unseren Angeboten und für unseren Trägerverein gilt unser Kinder- und Jugendschutzkonzept

Unser Team berät dich diskret, kostenfrei und auf Augenhöhe – egal, ob du gerade erst anfängst, dich mit deiner Orientierung zu beschäftigen, oder schon mitten im Prozess steckst.

Melde dich bei uns – wir freuen uns auf dich!